Welche Arbeiten sind erlaubt?

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Welche Arbeiten sind erlaubt?

Beitrag von sailor33 am So Jan 08, 2017 4:50 pm

Hallo,
bin neuer Woofer und wollte wissen, welche Arbeiten ich machen darf? Darf ich z.B. auch Traktor fahren oder (den deutschen Motorsägenschein hab ich) Waldarbeiten mit Maschinen (Motorsäge) machen? Im italienischen WWOOF-Portal hab ich gelesen, das Maschinen generell nicht erlaubt sind - stimmt das? Gilt das auch für andere Länder (D,F,N,S,..)
Wieviele Stunden arbeitet ihr ca. pro Woche in den Höfen? (Etwas Freizeit sollte doch drin sein)
Es grüßt
Wolfgang



sailor33

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Re: Welche Arbeiten sind erlaubt?

Beitrag von Jan am Mo Jan 09, 2017 10:59 pm

Hallo Wolfgang,

in Italien sind WWOOFer über die WWOOF-Organisation unfallversichert, aus diesem Grund ist mit der Versicherungsgesellschaft sehr detaiiliert abgeklärt, welche Maschinen für WWOOFer in Frage kommen oder nicht.

WWOOF-Deutschland sieht die Arbeit mit landwirtschaftliche Maschinen nicht als für WWOOFer geeignet an. Das Ermessen liegt hier mehr bei den Hofleuten als bei einer Versicherungsgesellschaft. Diese müssen ganz grundsätzlich Gefahren von WWOOFerInnen abhalten.

Die Anzahl der Stunden ist schwer pauschal zu beantworten. Ich denke die stimmigere Frage ist die, wie der Alltag auf einem Hof aussieht, denn wwoofen heißt letztlich den Alltag gemeinsam zu verbringen. Und das kannst du vor dem Aufenthalt mit den Hofleuten besprechen.

Als Hintergrund:

WWOOF-Aufenthalt: Voraussetzungen, Qualitäten des Aufenthaltes selbst und die Effekte, die daraus entstehen.

Voraussetzung ist zum Beispiel die Gastfreundschaft der HofbesitzerInnen. Nur indem die Hofleute WWOOFerInnen willkommen heißen und ihnen als Gästen eine freundliche Unterkunft zur Verfügung stellen und das Essen mit ihnen teilen, kann eine Grundlage für das eigentliche Anliegen des Austauschs geschaffen werden. Auch ist es entscheidend, dass WWOOFerInnen Interesse mitbringen und die Bereitschaft haben, am Hofleben teilzunehmen, das zu einem guten Teil daraus besteht, sich um Pflanzen und Tiere zu kümmern, Haus und Hof in Ordnung zu halten und als Lebensraum zu gestalten. Das mitgebrachte Interesse daran ist also auch eine Voraussetzung.

Die gemeinsame Gestaltung des Lebensalltags auf dem Hof ist dann das eigentliche Anliegen und der Zweck eines WWOOF-Aufenthaltes. Das gemeinsame Arbeiten, Pausen genießen, Geschichten erzählen, beobachten, anderen etwas beibringen, Kochen und Essen usw. - all das sind wesentliche Bestandteile des Lebens auf einem WWOOF-Hof und somit auch eines WWOOF-Aufenthaltes. Wie könnten sie voneinander getrennt werden? Ein WWOOF-Aufenthalt ist in jedem Moment ein WWOOF-Aufenthalt, dessen Qualität mit der Qualität der Beziehung der beteiligten Personen unter-einander wächst, die sich aufeinander einlassen und voneinander lernen.

Das zieht eine Vielzahl an Effekten nach sich: Die Verwirklichung von Projekten auf dem Hof, die ohne WWOOFerInnen vielleicht gar nicht möglich gewesen wären, Freunde in aller Welt, übergeordnet auch die Brücke zwischen Stadt-/ und Landbevölkerung, Austausch zwischen den Kulturen und so fort.

Wie können Missverständnisse entstehen? Dadurch, dass Voraussetzungen oder Effekte nicht als solche benannt werden, sondern als Ziel und Zweck des WWOOF-Aufenthaltes selbst verstanden werden. Beispiele:

1. „WWOOF ist Unterkunft und Verpflegung für X Stunden Mitarbeit“
- Nein. Sowohl Mithilfe, als auch Gastfreundschaft sind Voraussetzungen für einen WWOOF-Aufenthalt und beide sind bedingungslos freiwillig.

2. „WWOOFer leisten Freiwilligenarbeit, um die ökologische Landwirtschaft als solche zu unterstützen und den gebeutelten Bio-Bauern einen Vorteil gegenüber der Übermacht konventioneller Landwirtschaft zu verschaffen.“
- Nein. Wwoofen ist ein individuelles In-Kontakt-Treten. Mit dem Landleben, den Menschen, der Natur, auch mit sich selbst. Wenn sich daraus ein verstärktes Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen und für eine nachhaltige Landwirtschaft entwickelt, ist das schön. Und ein Effekt.

Ist es möglich, das alles in einem einzigen, positiven Satz auszudrücken? Vielleicht so: WWOOF - Den bäuerlichen Alltag erleben und erlernen - Gemeinsam

Jan

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Re: Welche Arbeiten sind erlaubt?

Beitrag von sailor33 am Di Jan 10, 2017 8:59 am

Hallo Jan,

danke für die Info.
Viele Höfe (I,D) suchen Leute für Waldarbeiten z.B. für Brennholz oder Koppelinstandsetzung und ähnliches an. Dabei ist es meines Erachtens unausweichlich, auch "Maschinen" zu bedienen, auch wenn es nur ein Akkuschrauber ist. Gibt es eine Möglichkeit, dies zu zusätzlich zu versichern?
Ich möchte nur nicht, dass ich bei jeden Handgriff überlegen muss, ob ich das jetzt darf oder nicht.

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Re: Welche Arbeiten sind erlaubt?

Beitrag von Jan am Di Jan 10, 2017 9:06 am

Hallo Wolfgang,

ganz grundsätzlich ist es Aufgabe der WWOOFer, sich um ihren Versicherungsschutz zu kümmern. Selbstverständlich kannst du selbst eine Unfallversicherung abschließen.
Landwirtschaftliche Betriebe haben aber in der Regel eine Unfallversicherung, die sämtliche Helfer auf dem Hof miteinschließt. Bevor du eine Versicherung abschließt kann es also Sinn machen, mit dem Hof, den du besuchst, abzusprechen, ob du da nicht auf diese Art bereits ausreichend unfassversichert bist.

Viele Grüße von Jan

Jan

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Re: Welche Arbeiten sind erlaubt?

Beitrag von sailor33 am Di Jan 10, 2017 9:27 am

Hallo Jan,

ok, danke.

Es grüßt
Wolfgang

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Re: Welche Arbeiten sind erlaubt?

Beitrag von Jan am Di Jan 10, 2017 8:13 pm

Hey Wolfgang,

ich hab da noch einen Spezial-Tipp, wenn du dich für den Forst interessierst: Hof 1064

Kann mir gut vorstellen, dass das passt :-)

Viele Grüße an dich
Jan

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